Der Rhein und der See

Schon gehört hat den Namen „Bodensee“ vermutlich fast jeder einmal. Interessant dabei ist, dass es DEN Bodensee eigentlich gar nicht gibt. Vielmehr werden unter diesem Namen gleich drei Gewässer zusammengefasst: der Obersee, der Untersee und der sie verbindende Seerhein. Der Obersee ist der größte Teil des Bodensees und liegt rund 30cm oberhalb des Untersees. Einst waren diese beiden Seeteile verbunden, durch zunehmende Tiefenerosion des Rheins ist der Wasserspiegel jedoch etwas gesunken, das Gebiet zwischen Ober- und Untersee trocken gefallen.

Wichtigster Zulauf des Bodensees ist der Alpenrhein, der in den Schweizer Bergen entspringt. Er durchfließt teilweise gut sichtbar den Obersee, das Wasser vermischt sich nur zu einem Teil. Bei Konstanz wiederum verlässt der Rhein den Obersee und fließt als Seerhein etwa 4 Kilometer weiter in den Untersee. Teilweise hat der Rhein jedoch auch hier Seecharakter. Der Abfluss des Untersees schließlich wird Hochrhein genannt, er bildet auf fast dem gesamten Verlauf die deutsch-schweizer Grenze. In diesem Teil des Flusses befindet sich auch der berühmte Rheinfall bei Schaffhausen. Ab Basel spricht man dann vom Oberrhein.

Die Uferlänge des Bodensees beträgt gewaltige 273 Kilometer, der größte Teil davon (rund 170 km) liegt in Deutschland, gefolgt von Österreich und der Schweiz. Der Oberfläche nach ist der Bodensee dann auch der drittgrößte See Mitteleuropas. Nur der Plattensee in Ungarn und der Genfer See sind noch größer.

Die große Wasserfläche sorgt auch für ein spezielles Klima, das so genannte Bodenseeklima. Der See beeinflusst das Klima in seiner Region recht stark, auch in Seitentälern und dem Hinterland sind die Auswirkungen zu spüren. So ist das Klima am Bodensee für diese Höhenlage milder als anderswo. Das Wasser gleicht extreme Temperaturen aus, da es sich nur sehr langsam an die Lufttemperatur anpassen kann. Frost im Winter ist am Bodensee daher selten, der See selbst friert statistisch sogar nur alle 70 Jahre komplett zu. Im Sommer kann hohe Verdunstung das Wetter jedoch deutlich schwüler erscheinen lassen, lediglich der Seewind sorgt dann für etwas Abkühlung. Im Herbst und Winter ist es vor allem der hartnäckige Nebel, der typisch für das Klima am Bodensee ist. Nicht ganz ungefährlich sind plötzliche Sturmböen, die bei Unwettern auftreten. Wassersportler sollten hier genau auf mögliche Wetterwarnungen achten.